The Witcher - Enhanced Edition Test

Geralt steuert sich wahlweise durch eine Über-die-Schulter Perspektive mit Maus und Tastatur, oder durch eine weiter herausgezoomte Sicht, in der nur die Maus benötigt wird, mit deren Hilfe Wegpunkte per Klick gesetzt werden. In der ersten Wahl lauern aber ein paar Probleme. Zum einen geht etwas Übersicht verloren, da die Kamera sehr nah am Protagonisten positioniert ist. Auf der anderen Seite müssen wir im Spiel immer den Pausemodus aktivieren, um Waffen auszuwählen oder Heiltränke zu sich zunehmen, da die Maus lediglich dazu verwendet wird, die Kamera um Geralt herum zu schwenken. Grundsetzlich macht das nicht so viel aus, da man mehr Zeit auf sein weiteres Handeln zur Verfügung hat, allerdings leidet der Spielfluss etwas darunter. Immerhin klappt das Ausweichen in diesem Stil besser.

Das Kampfsystem ist allerdings noch besser gelungen, welches sogar viel Taktik erfordert. Zwar müssen wir auch nur auf einen Gegner klicken, damit Geralt automatisch angreift, jedoch erscheint nach einigen Schlägen ein Symbol, dass bei erneutem Klick Kombinationsangriffe ermöglicht. Zudem verfügen wir über drei Kampfstile, die wir je nach Gegnersorte anpassen müssen. Nach den Kämpfen erhalten wir sogenannte Bronze-, Silber- und später auch Goldtalente, die wir dann in neue Fähigkeiten investieren können, darunter auch die Herstellung verschiedener Tränke, Verbesserung der Waffeneffizienz oder Alchemie. Insgesamt gibt es fünf magische Fähigkeiten, die mit einem Rechtsklick aktiviert werden.

Nach dem Angriff auf Kaer Morhen flieht der Anführer der Salamandra mit den entwendeten Mutagenen. Unsere Aufgabe besteht nun darin, dieser Organisation den Gar auszumachen. Hier endet der Prolog und wir brechen zu anderen Orten auf. The Witcher ist in fünf sehr lange Kapitel unterteilt, die eine hohe Spielzeit von etwa 40 Stunden versprechen. Die Quests sind ebenfalls interessant und abwechslungsreich, wobei es des Öfteren etwas an der Inszenierung hakt. Mit großer Entscheidungsfreiheit und wendungsreichen Konsequenzen kommt aber viel Dramaturgie ins Spiel, was The Witcher so interessant macht und zum mehrmaligen spielen motiviert.

So treffen wir besipielsweise auf eine Gruppe mehrerer Elfen und müssen entscheiden, ob diese aus einem Lager Waffen und Ausrüstung mitnehmen dürfen. Im späteren Spielverlauf stellt sich dann jedoch heraus, dass diese Gruppe die Ausrüstung für einen Anschlag verwenden, bei dem eine unserer Kontaktpersonen ums Leben kommt. Apropos Ausrüstung: Geralt kann neben Nahrung auch viele Trankzutaten und Wertgegenstände im Inventar transportieren, die er anderen Charakteren verkaufen oder schenken kann, auch um Frauen rumzureißen. Sex spielt bei The Witcher ebenfalls eine Rolle. Geralt kann nämlich mit bis zu 22 Frauen ins Bett steigen, die er während des Spiels trifft. Der Gewaltgrad ist ebenfalls hoch, neben starken Bluteffekten ist es auch möglich, Gegner zu enthaupten. Diese Aspekte sind vermutlich auch dafür verantwortlich, weshalb The Witcher von der USK ein “Keine Jugendfreigabe” Siegel erhalten hat, womit es nur ein Titel für Erwachsene ist.

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